FRANKFURT. Angesichts der weiterhin ungeklärten Zukunft der EXPERIMINTA erhöht der Frankfurter FDP-Landtagsabgeordnete
Yanki Pürsün den parlamentarischen Druck: Mit einer weiteren Kleinen Anfrage verlangt er von der Landesregierung konkrete Antworten zum vom Land angebotenen Frankfurter Standort sowie zur Offenbacher Alternative.
„Im März hat die Landesregierung auf meine erste Kleine Anfrage erklärt, dass die EXPERIMINTA ein Angebot des Landes für
einen Standort in Frankfurt prüft. Jetzt haben wir August, Ende des Jahres muss die EXPERIMINTA ihren bisherigen Standort verlassen – und noch immer gibt es öffentlich keine belastbare Perspektive. Die Zeit für vage Aussagen läuft ab“, erklärt Pürsün.
In seiner neuen Kleinen Anfrage will Pürsün unter anderem wissen, um welche konkrete Frankfurter Liegenschaft es sich handelt, seit wann das Angebot vorliegt, welche Voraussetzungen einem Vertragsabschluss noch entgegenstehen und wann eine verbindliche Entscheidung zu erwarten ist. Auch die Fragen, wann die Immobilie bezugsfertig wäre und ob eine mietkostenfreie Nutzung vorgesehen ist, müssten geklärt werden.
„Vertrauliche Immobilienverhandlungen müssen nicht in der Öffentlichkeit geführt werden. Aber Vertraulichkeit darf nicht zur
Hängepartie werden. Beschäftigte, Ehrenamtliche, Schulen und Familien müssen wissen können, ob die EXPERIMINTA Anfang 2027 weiterarbeiten kann“, sagt Pürsün.
Die EXPERIMINTA ist mit zuletzt rund 125.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich ein bedeutender außerschulischer MINT-Lernort in Hessen und gehört zu den meistbesuchten Frankfurter Museen. Der bisherige Standort in der Hamburger Allee steht nach der Kündigung durch das Land Hessen nur noch bis Ende 2026 zur Verfügung.
Pürsün verweist zugleich darauf, dass die FDP das Thema auch auf kommunaler Ebene vorantreibt: Während die FDP im Frankfurter Römer bereits fordert, das städtische Liegenschaftsportfolio systematisch auf geeignete Immobilien zu prüfen, müsse auch das Land als Eigentümer und Kündigender endlich liefern. „Die Freien Demokraten machen auf beiden Ebenen Druck. Aber am Ende ist es das Land, das gekündigt hat – und das Land, das jetzt eine tragfähige Lösung vorlegen muss.“
Pürsün erinnert zugleich daran, dass Anfang des Jahres auch eine Ansiedlung im KOMM-Center in Offenbach im Gespräch war. Deshalb fragt er die Landesregierung, ob diese Option angesichts der weiterhin offenen Standortfrage erneut geprüft werden kann und ob das Land seine Unterstützung auch bei einem Umzug nach Offenbach fortsetzen würde.
„Für mich hat eine tragfähige Lösung in Frankfurt weiterhin Priorität. Aber entscheidend ist, dass die EXPERIMINTA überhaupt eine Zukunft hat. Wenn das Frankfurter Angebot nicht rechtzeitig trägt, darf eine realistische Alternative in Offenbach nicht aus Prinzip vom Tisch sein“, erklärt Pürsün.
„Wer über Fachkräftemangel, Innovationskraft und bessere Bildungschancen spricht, muss erfolgreiche MINT-Angebote auch praktisch sichern. Die EXPERIMINTA braucht jetzt eine Entscheidung und einen belastbaren Zeitplan.“
V.i.S.d.P:
Yanki Pürsün
