Kürzungen bei Lehrerstellen gefährden Bildungschancen an Frankfurter Gesamtschulen

März 21, 2026

Frankfurt am Main – Die geplanten Kürzungen im Bildungsbereich durch die schwarz-rote Landesregierung stoßen auch in Frankfurt am Main auf deutliche Kritik. Nach aktuellen Berechnungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) könnten landesweit zahlreiche Lehrerstellen wegfallen – betroffen wären auch Schulen in Frankfurt, insbesondere Integrierte Gesamtschulen (IGS).

Der Frankfurter Landtagsabgeordnete der Freien Demokraten, Yanki Pürsün, warnt vor den Folgen dieser Einsparungen. In Frankfurt gibt es derzeit 15 Integrierte Gesamtschulen, von denen viele Schulen in sozial herausfordernden Lagen liegen und deshalb besonders stark auf zusätzliche Lehrkräfte aus der sozialindizierten Lehrkräftezuweisung angewiesen sind.

„Wer bei Bildung kürzt, spart nicht im System, sondern an den Zukunftschancen unserer Kinder“, erklärt Pürsün. „Gerade in einer vielfältigen Stadt wie Frankfurt sind viele Schulen auf zusätzliche Unterstützung angewiesen – etwa für Sprachförderung, individuelle Förderung oder Integration. Wenn ausgerechnet dort Stellen gestrichen werden, verschärft die bestehenden Herausforderungen.“

CDU und SPD planen nach den aktuellen Haushaltsberatungen deutliche Einsparungen bei verschiedenen Förderinstrumenten im Bildungsbereich. Insgesamt summieren sich die vorgesehenen Kürzungen nach derzeitigen Planungen auf rund 70 Millionen Euro. Betroffen sind unter anderem Intensivklassen zur

Sprachförderung sowie der Sozialindexüber den Schulen in sozial besonders belasteten Stadtteilen zusätzliche Lehrkräfte erhalten.

Besonders stark betroffen wäre dabei auch Frankfurt am Main. Nach den Berechnungen der GEW könnten hier 67,1 Lehrerstellen im Rahmen der sozialindizierten Lehrkräftezuweisung wegfallen. Damit entfiele mehr als ein Fünftel der landesweiten Kürzungen (22,4 %) allein auf Frankfurt – obwohl gerade viele Schulen in der Stadt vor besonderen sozialen und sprachlichen Herausforderungen stehen.

Der Sozialindex wurde 2013/2014 auf Initiative der Freien Demokraten eingeführt, um Schulen mit besonders großen sozialen Herausforderungen gezielt stärker zu unterstützen. Aus Sicht Pürsüns folgt dieses Instrument einem klaren bildungspolitischen Grundsatz.

„Der Sozialindex basiert auf einem einfachen Prinzip: Herkunft darf nicht über Zukunft entscheiden. Schulen mit vielen Kindern, die zusätzliche Förderung brauchen, benötigen mehr Unterstützung – nicht weniger“, so Pürsün.

Gerade die Integrierten Gesamtschulen in Frankfurt spielen aus seiner Sicht eine wichtige Rolle für Bildungsgerechtigkeit und Integration. Sie bieten Kindern unterschiedlicher sozialer und kultureller Hintergründe gemeinsame Lernwege und sind deshalb besonders auf ausreichende personelle Ausstattung angewiesen.

„Wenn die Landesregierung hier den Rotstift ansetzt, sendet sie das völlig falsche Signal“, kritisiert Pürsün. „Wer Chancengerechtigkeit ernst meint, muss gerade in Schulen mit besonderem Förderbedarf investieren. Bildung ist die wichtigste Zukunftsvorsorge – sie darf nicht zum Sparposten werden.“