Die geplante Streichung des Schulfachs „Digitale Welt“ durch die Hessische Landesregierung stößt auf scharfe Kritik bei den Freien Demokraten. Dazu erklärt Yanki Pürsün, Frankfurter Landtagsabgeordneter der FDP:
„Der Sparkurs der schwarz-roten Landesregierung macht auch vor der digitalen Bildung nicht halt – und das ausgerechnet in einer Zeit, in der digitale Kompetenzen wichtiger sind denn je. Soziale Medien, Fake News und Künstliche Intelligenz prägen den Alltag junger Menschen. Wer sich darin sicher bewegen will, braucht fundierte Kenntnisse. Statt diese zu stärken, wird das Fach ‚Digitale Welt‘ nun faktisch abgeschafft.“
Pürsün bezieht sich auf die aktuelle Berichterstattung sowie die nachträgliche Kommunikation des Kultusministeriums: „Die Landesregierung versucht, die Streichung als Ausbau zu verkaufen. Tatsächlich wird das bisher schon freiwillige Fach aus dem Unterricht genommen und in die Nachmittagsbetreuung verschoben – und die existiert nur an einem Teil der Schulen. Das ist nichts anderes als Etikettenschwindel.“
Besonders betroffen ist Frankfurt am Main. Mehrere Schulen der Stadt nahmen am Modellversuch teil, darunter die Paul-Hindemith- Schule, die IGS 15 und die Carl-von-Weinberg-Schule. Auch Schulen mit besonderem Förderbedarf – sogenannte Startchancenschulen – wie die IGS 15 und die Paul-Hindemith-Schule verlieren damit ein wichtiges Bildungsangebot.
„Gerade in einer Stadt wie Frankfurt am Main, die als internationaler Finanz- und Digitalstandort gilt, ist diese Entscheidung ein völlig falsches Signal. Wir brauchen mehr digitale Bildung – nicht weniger. Besonders Schulen mit niedrigem Sozialindex dürfen hier nicht abgehängt werden“, so Pürsün.
Die Freien Demokraten haben daher einen Dringlichen Berichtsantrag im Hessischen Landtag eingebracht. „Der Kultusminister muss erklären, warum dieses Fach gestrichen wird, wie die Kürzungen von 1,6 Millionen Euro zu rechtfertigen sind und welche konkreten Alternativen es geben soll. Bislang bleibt die Landesregierung diese Antworten schuldig.“
Pürsün fordert ein Umdenken: „Digitale Bildung ist kein Nice-to-have, sondern eine zentrale Zukunftskompetenz. Hessen hinkt im Bundesvergleich ohnehin hinterher – Informatik ist hier noch immer kein Pflichtfach. Statt weiter zurückzufallen, muss die Landesregierung endlich dafür sorgen, dass unsere Schülerinnen und Schüler die Fähigkeiten erwerben, die sie in der digitalen Welt brauchen.“